Kotuntersuchung beim Pferd im Frühjahr – häufige Fragen verständlich erklärt

Warum ist gerade jetzt eine Kotuntersuchung sinnvoll?

Mit dem Start der Weidesaison steigt auch das Risiko für Parasiten. Viele Pferde haben über den Winter bereits Parasiten in sich, oft ohne, dass man etwas merkt. Sobald die Weidezeit beginnt, kommen neue hinzu.

Muss ich im Frühjahr automatisch entwurmen?

Nein. Wenn wir uns die aktuellen Befunde aus unserem Labor anschauen, sehen wir:

Viele Pferde sind gar nicht oder nur gering mit Parasiten belastet.

Das heißt:

  • nicht jedes Pferd braucht automatisch eine Wurmkur
  • oft ist das Tier weniger belastet, als sein Besitzer denkt

Wichtig: Wenn zu häufig entwurmt wird, wirken die Mittel irgendwann schlechter, da sich Resistenzen gegen die Medikamente ausbilden können.

Welche Untersuchung ist im Frühjahr sinnvoll?

Wenn nur ein McMaster-Test durchgeführt wird, wirkt vieles erst mal unauffällig.
Schaut man zusätzlich mit Sedimentation/Flotation nach der Parasitenlast, taucht doch häufig mehr auf.

Gerade im Frühjahr macht es deshalb oft Sinn, beide Analysen zu kombinieren.
So bekommt man ein realistisches Bild von der aktuellen Situation.

Warum zeigt der McMaster-Test weniger als 200 EpG, während in der Sedimentation/Flotation „massenhaft“ Eier zu sehen sind?

Diesen Fakt beobachten wir zur Zeit sehr häufig:

Der McMaster-Test zeigt zwar bereits einen Befall an, liegt aber noch unter 200 EpG (Eier pro Gramm Kot).
In der parallel durchgeführten Sedimentation/Flotation können trotzdem schon massenhaft Wurmeier zu sehen sein.

Das liegt daran, dass die Sedimentation/Flotation empfindlicher ist und auch ungleichmäßig verteilte Eimengen besser sichtbar macht.

Gerade nach der Wintersaison ist die Ei-Ausscheidung oft noch nicht gleichmäßig sondern findet eher in Schüben statt.
So kann der McMaster-Wert noch unter 200 EpG liegen, obwohl im Präparat bereits viele Eier nachweisbar sind.

Reicht später eine McMaster-Untersuchung?

Ja, in vielen Fällen schon. Wenn ein Pferd länger begleitet wird und es ihm gut geht, reicht eine regelmäßig durchgeführte McMaster-Untersuchung oft völlig aus. Man sieht damit gut, ob sich etwas verändert oder ob alles über einen längeren Zeitraum stabil bleibt.

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